Über uns

1997 – 1999 – Eine kurze Bilanz

In den Jahren 1997 bis 1999 wurden folgende Projekte gefördert:

1997

3000 DM zur Aufstockung des Umlauffonds

2500 DM zum Bau eines Materialmagazins – Projekt Stofffärben und Batiken

2000 DM für die Renovierung von 3 Lehrerwohnungen

1500 DM für den Kauf von 3 Nähmaschinen im Rahmen des Stofffärbeprojekts

300 DM für das Waisenhaus in Quagadougou

1998

10000 DM für den Bau eines Versammlungshauses in Sien

1000 DM für die Schule in Sien

4200 DM für einen Hirsenotfonds zur Vermeidung einer akuten Hungersnot

1999

600 DM für 3 Solarlampen (Lehrer, Frauen, Jugend)

750 DM für die Schule

3000 DM Nachfinanzierung Versammlungshaus

1500 DM für Schüler/innen in Sien aus einer gemeinsamen Aktion der Schule Aukrug und des Partnervereins

200 DM für das Waisenhaus in Quagadougou

31 Dez 1999

1997/1998 – Partnerschaftsvertrag

Vom 25.12.1997 bis zum 04.01.1998 reiste eine siebenköpfige Reisegruppe um den Vorsitzenden Reimer Reimers nach Sien in Burkina Faso.

Die Tage in Sien waren gut gefüllt, mit Besuchen von deutschen und anderen Entwicklungshilfediensten, Projekten und Einrichtungen des Dorfes, einem Fest auf dem Dorfplatz mit dem Tanz der Frauen, einem Goldgräberbesuch und mit intensiven Gesprächen über Probleme aller Art im Dorf.

Das Highlight des Besuches war aber die Unterzeichnung des Partnerschaftsvertrages am 28.12.1997. Die Besiegelung des Vertrages wurde von einem feierlichen Rahmenprogramm begleitet. Der Präfekt der Stadt Toma als Präsident des Partnerschaftskomitees für Sien und der Präsident der Nationalen Partnerschaftsorganisation Burkina Fasos unterzeichneten den Partnerschaftsvertrag. Die Feierlichkeiten wurden über die Nachrichtensender landesweit ausgestrahlt, was den hohen Stellenwert der nun besiegelten Partnerschaft zweier Gemeinden unterstreicht, die mehr als 5000 Km voneinander entfernt liegen.

Ein 30-minütiger Film von der Unterzeichnung wurde am 4. März auf der Mitgliederversammlung vorgeführt.

Die Reisegruppe hatte neben mehreren Gastgeschenken, in Form einer Aukrug-Flagge samt Wappenteller und dem Aukrug-Buch, auch noch die offizielle Zusage einer Förderung in Höhe von 10000 DM für den Bau eines Versammlungshauses, sowie 1000 DM zur Unterstützung des Schulbetriebes in der Partnergemeinde Sien im Gepäck.

04 Jan 1998

1997 – Gastspiel einer afrikanischen Folkloregruppe in Aukrug

Von Mai bis Juli 1997 tourte (ca. 40 Auftritte) die afrikanische Folkloregruppe „Troupe Kiense“ aus Burkina Faso durch Deutschland. Als der Vorsitzende des Vereins „Partnerschaft Aukrug-Sien“ Reimer Reimers davon erfuhr, hat er alles daran gesetzt, die Gruppe für einen Auftritt nach Aukrug zu holen, was kein leichtes Unterfangen gewesen ist. Dennoch hat er es geschafft dieses Termin für einen direkten Kulturaustausch zu bekommen. Kiense bedeutet so viel wie „die gute Überlieferung der Tradition“. Die Gruppe besteht aus 10 Tänzern und 2 Tänzerinnen, die von 4 Musikern mit dröhnenden Tamtams und Langtrommeln, Flöte und Balaphon angefeuert werden. Die Tänzer führten Kulturtänze mit Titeln wie „Entdeckung des Feuers“, „Freudentanz nach der Ernte“, oder „Eine Frau, die nicht kochen kann, bekommt keinen Mann“.

In weiteren Liedvorträgen wurde über Ackerbauern, Trinkgewohnheiten und Lebensweisheiten gesungen. Dabei wurden die Tänzer mit Tian-houn (Holzstäbe mit Saiten) begeleitet.

Abgerundet wurde das Programm vor einem begeisterten Publikum mit Kraft- und Akrobatiktänzen, die an Szenen des täglichen Lebens erinnern.

18 Jun 1997

1995 – Erste Erfolge nach einem Jahr Verein

Am 22.02.1995 wurde ein Jahr nach der Gründung die erste Mitgliederversammlung einberufen. Der erste Vorsitzende Reimer Reimers konnte eine positive Bilanz des Vereines vorlegen. Schon im ersten Jahr des Bestehens konnte der stolze Förderbetrag in Höhe von 18100 DM an die Gemeinde Sien fliessen. Das Startkapital für die Hilfe zur Selbsthilfe kam von: der Grund- und Hauptschule Aukrug 1600 DM aus Erlösen der Projekttage, 8000 DM von der Gemeinde Bordesholm aus dem Topf „Völker in Not“, 6000 DM von der Gemeinde Aukrug und 2500 DM brachte der Verein selbst auf.

Die Impfstation für Tiere profitierte ebenso von der Hilfe, wie auch das Betriebskapital für die Dorfentwicklung. An den Planungskosten für den Staudamm hat sich der Verein ebenfalls beteiligt.

Als nächstes soll mit 2000 DM die Ausbildung der Frauen in Sien im Stoffefärben und Batiken gefördert werden.

Die Anschaffung einer zweiten Hirsemühle für rund 8600 DM wurde zunächst zurückgestellt, um die genaue Kostenermittlung des Staudammes abzuwarten.

Das Waisenhaus Katrin Rohde in Quagadougou wurde mit 900 DM unterstützt.

Der Verein hat mittlerweile 37 Mitglieder.

22 Feb 1995

1994 – Die Vereinsgründung

Am 03.02.1994 wurde im Sitzungsraum der Gemeinde Aukrug der Verein „Partnerschaft Aukrug-Sien“ gegründet.

21 Interessierte erschienen zur Gründungsversammlung. 14 Personen trugen sich als Gründungsmitglieder ein und wählten anschliessend ihren ersten Vorstand. Jeweils einstimmig gewählt wurden: 1. Vorsitzender Reimer Reimers, 2. Vorsitzender Branko Irek, Kassiererin Karin Rathjens, Schriftführer Wolfgang Stolzenburg und zu Beisitzern Reinhold Marose, Marie Carstens und Ulrich Teetzen. Diesem geschäftsführenden Vorstand wurde ein erweiterter Vorstand, bestehend aus vier Gemeindevertretern zur Seite gestellt. Der monatliche Mindestbeitrag wurde festgelegt auf 5 DM für Erwachsene und 2 DM für Kinder/Jugendliche.

Eine vertragliche Partnerschaft zwischen Aukrug und Sien bestand 1994 noch nicht. Der Partnerschaftsvertrag wurde erst 1998 unterzeichnet.

03 Feb 1994

1993 – Der erste Besuch in Burkina Faso und Sien

Zwischenzeitlich hatte Branko den ersten Briefkontakt zwischen den beiden Gemeinden hergestellt.

Brankos Begeisterung hatte uns damals angesteckt, weiss der damalige Bürgermeister Aukrugs Reimer Reimers zu berichten. Um Land und Leute kennenzulernen, wurde ein Besuch in Burkina Faso geplant. Ende Juli 1993 stiegen Reimer Reimers, Karin Rathjens und Branko Irek in den Flieger

Der Empfang der Delegation in Sien war überwältigend. Zu Ehren der Gäste machten die Dorfbewohner Musik auf ihren Trommeln und führten Tänze auf. 4 Tage lang hielten sie sich in der Gemeinde Sien, die rund 300 Kilometer von der Hauptstadt Quagadougou entfernt liegt auf. Die restliche Zeit der 3 Wochen bereisten sie das Land. Die Lage damals ist friedlich. Die Regierung bemüht sich, die Demokratisierung langsam in Gang zu bringen. Die Bevölkerung hat eine Grundlage, die es ermöglicht, sich selbstständig zu ernähren und besitzen Kleidung. Ansonsten sind die Menschen unvorstellbar arm.

Burkina Faso exportiert Gold, Baumwolle und Vieh. Allerdings auf einem so niedrigen Preisniveau, das die Menschen kaum davon Leben können. Die Bauern zieht es daher in die Stadt, wo sie meist keine Arbeit finden. Die Delegation ist sich einig, das man Hilfe leisten muss, in einer Form, die den Bewohnern das Leben erleichtert und es sie weniger erdrückend empfinden lässt als bisher.

Bei einem Rundgang durchs Dorf, das damals ca. 600 Einwohner hat, werden sie auf Projekte hingewiesen, die helfen würden, den Alltag zu erleichtern. So gibt es in dem Dorf zum Beispiel nur eine Hirsemühle, welche leider oft ausfällt. In dem Fall müssen die Frauen die Körner mühsam in Handarbeit mit Hilfe von Steinen mahlen. Eine zweite Hirsemühle ist ebenso ein sehnlicher Wunsch der Dorfbewohner, wie auch ein Webstuhl.

Das Kochhaus für die Schulspeisung und die kleine Geburtsstation machen einen sehr renovierungsbedürftigen Eindruck. Gezeigt wird auch ein kleiner Staudamm, für dessen Wiederherstellung Zement und Kies benötigt werden.

An diesen wunden Punkten sieht der Bürgermeister damals die Aufgaben einer Partnerschaft. Mit Hilfe von Finanzspritzen „Kommunale Entwicklungshilfe“ zu leisten, macht eine auf individuelle Bedürfnisse zugeschnittene Hilfe möglich.

Nach dem Besuch trifft sich die Delegation erneut in Bonn mit der Botschafterin und dem Aussenminister des afrikanischen Landes, um über mögliche Hilfsaktionen zu sprechen. Die Gemeindevertretung soll gebeten werden, 6000 DM für Projekte in Sien im nächsten Haushalt bereitzustellen. Um weitere Gelder für Projekte in Sien zusammenzubekommen plant Reimer Reimers einen Förderverein ins Leben zu rufen.

Die Idee für den Partnerschaftsverein ist geboren.

04 Sep 1993

1992 – Die Möglichkeit einer Partnerschaft wird geprüft

Nach dem Treffen der Entwicklungshelfer mit Sophie Sow im September 1991, reifte nun der Plan einer engeren Verbindung mit einem Dorf in Burkina Faso.

Nach einigen Vorgesprächen, gab es am 20. Mai 1992 auf Einladung der Gemeinde Aukrug einen Infoabend zur angedachten Partnerschaft mit einem Dorf in Burkina Faso. Branko Irek zeigte rund 2 Stunden lang Dias und berichtete über Land, Leute und Kultur. So konnten interessierte Bürger erfahren, das das westafrikanische Land eine ehemalige französische Kolonie ist, die 1960 von Frankreich in die Unabhängigkeit entlassen wurde. Bis 1984 hies das Land noch Obervolta (nach dem Fluß Volta). Flächenmässig ist Burkina Faso in etwa so groß wie die Bundesrepublik. Zur damaligen Zeit lebten ca. 8 Millionen Menschen in einfachsten Verhältnissen in dem Land. Im April kann es bis zu 48 °C Heiss werden. Fast 9 Monate lang fällt dort kein Tropfen Regen, so das als Folge nur rund 1/3 der Bevölkerung Zugang zu sauberem Trinkwasser hat. Die Kindersterblichkeitsrate ist mit 30 Prozent in den ersten 5 Jahren sehr hoch. Eine ärztliche Versorgung, wie wir sie kennen, ist quasi nicht vorhanden. Auf 50000 Einwohner kommt ein Arzt. Burkina Faso (was übersetzt übrigens soviel heisst wie „Land der ehrenwerten Menschen“) besitzt kaum Bodenschätze und ist eher Landwirtschaftlich geprägt. Das jährliche Pro-Kopf-Einkommen liegt gerade mal zwischen 200 und 300 Mark.

Da das Engagement des deutschen  Entwicklungsdienstes sich hauptsächlich  auf die Schwerpunkte Landwirtschaft, Handwerk und Gesundheitswesen erstreckt, stellt Branko Irek deutlich heraus, das nur ehrliche Entwicklungshilfe diesem Land helfen kann, eine Chance zu bekommen, die Lebensbedingungen zu verbessern. An dieser Stelle könnten die Aukruger Bürger beginnen. Schon kleine Projekte, wie zum Beispiel ein geschlossener Trinkwasserbrunnen, könnte in dem Dorf Menschenleben retten.

Die anschliessende rege Diskussion liess erkennen, das die Aukruger sich gut mit dem Gedanken einer Partnerschaft anfreunden konnten und sich motivieren lassen würden, im Anschluss auch Hilfsprojekte anzuschieben.

Am 25. Mai 1992 fuhr daher eine Delegation, bestehend aus Bürgermeister Reimer Reimers, Gemeindevertreterin Karin Rathjens, sowie Branko Irek und Heidemarie Seider nach Bonn, um in der Botschaft von Burkina Faso die näheren Voraussetzungen und Bedingungen einer solchen Partnerschaft zu erörtern.

Der nächste größere Schritt in Richtung Partnerschaft erfolgte erst 1993.

20 Mai 1992

1991 – Wie alles begann…

1991

 

Die Entstehungsgeschichte des Vereins reicht sogar bis ins Jahr 1991 zurück.

Am 6./7. September 1991 traf sich in Aukrug eine Gruppe ehemaliger Entwicklungshelfer, zum zweiten Mal nach ihrer Rückkehr aus Burkina Faso, um Erfahrungen auszutauschen und um die politischen Entwicklungen dieses afrikanischen Staates zu diskutieren. Organisiert wurde das Treffen von Branko Irek und Elfriede Brüning. Beide haben mehrere Jahre  für den Deutschen Entwicklungsdienst in Burkina Faso gearbeitet. Branko Irek als Architekt und Elfriede Brüning als Krankenschwester. Die Entwicklungshelfer waren in den Bereichen Gesundheit, Landwirtschaft, Bauwesen, Gemeinwesen, sowie Frauen in der Gesellschaft tätig.

Die Helfer hatten damals Probleme, wieder in Deutschland Fuß zu fassen. Während die Einen wegen ihrer Tätigkeit als Entwicklungshelfer bevorzugt behandelt wurden, fanden andere wiederrum keine Arbeit mehr. Was aber alle verband, war der Wunsch die gesammelten Erfahrungen mit anderen zu teilen und auf die Probleme in der Dritten Welt aufmerksam zu machen.

Um die aktuelle politische Lage besser einschätzen zu können, hatten die Entwicklungshelfer Sophie Sow, damals die Botschafterin Burkina Fasos eingeladen. Für Sophie Sow war es der erste Aufenthalt ausserhalb Bonns. Sophie Sow zeigte sich beeindruckt von der Gastfreundschaft in Aukrug.

Zur politischen Lage konnte sie mitteilen, das ihr Land sich nach dem Militärputsch 1987, jetzt der Demokratie öffne. Nachdem es im Juni bereits eine Volksabstimmung über die Verfassung gegeben hatte, sollte es am 1. Januar 1992 die ersten freien Wahlen in Burkina Faso geben. Sophie Sow regte an, das deutsche Politiker die Wahlen vor Ort besuchen sollten.

Mit diesem Treffen war der erste Kontakt hergestellt. Bis zur Vereinsgründung und zur Partnerschaft zwischen Aukrug und dem Dorf Sien, war es aber noch ein weiter Weg.

07 Sep 1991

Facebook