1993 – Der erste Besuch in Burkina Faso und Sien

Zwischenzeitlich hatte Branko den ersten Briefkontakt zwischen den beiden Gemeinden hergestellt.

Brankos Begeisterung hatte uns damals angesteckt, weiss der damalige Bürgermeister Aukrugs Reimer Reimers zu berichten. Um Land und Leute kennenzulernen, wurde ein Besuch in Burkina Faso geplant. Ende Juli 1993 stiegen Reimer Reimers, Karin Rathjens und Branko Irek in den Flieger

Der Empfang der Delegation in Sien war überwältigend. Zu Ehren der Gäste machten die Dorfbewohner Musik auf ihren Trommeln und führten Tänze auf.

Ankunft im Dorf

Begrüssung mit Trommelklängen und Tänzen

4 Tage lang hielten sie sich in der Gemeinde Sien, die rund 300 Kilometer von der Hauptstadt Quagadougou entfernt liegt auf. Die restliche Zeit der 3 Wochen bereisten sie das Land.

Unterwegs mit eine Geländetauglichen Fahrzeug.

Die Lage damals ist friedlich. Die Regierung bemüht sich, die Demokratisierung langsam in Gang zu bringen. Die Bevölkerung hat eine Grundlage, die es ermöglicht, sich selbstständig zu ernähren und besitzen Kleidung. Ansonsten sind die Menschen unvorstellbar arm.

Burkina Faso exportiert Gold, Baumwolle und Vieh. Allerdings auf einem so niedrigen Preisniveau, das die Menschen kaum davon Leben können. Die Bauern zieht es daher in die Stadt, wo sie meist keine Arbeit finden. Die Delegation ist sich einig, das man Hilfe leisten muss, in einer Form, die den Bewohnern das Leben erleichtert und es sie weniger erdrückend empfinden lässt als bisher.

Bei einem Rundgang durchs Dorf, das damals ca. 600 Einwohner hat, werden sie auf Projekte hingewiesen, die helfen würden, den Alltag zu erleichtern. So gibt es in dem Dorf zum Beispiel nur eine Hirsemühle, welche leider oft ausfällt. In dem Fall müssen die Frauen die Körner mühsam in Handarbeit mit Hilfe von Steinen mahlen. Eine zweite Hirsemühle ist ebenso ein sehnlicher Wunsch der Dorfbewohner, wie auch ein Webstuhl.

Besichtigung eines Hirsefeldes

Meist in beschwerlicher Handarbeit bewirtschaftet

Wer es sich leisten kann, greift auf Ochsen und Pflug zurück.

Das Kochhaus für die Schulspeisung und die kleine Geburtsstation machen einen sehr renovierungsbedürftigen Eindruck. Gezeigt wird auch ein kleiner Staudamm, für dessen Wiederherstellung Zement und Kies benötigt werden.

An diesen wunden Punkten sieht der Bürgermeister damals die Aufgaben einer Partnerschaft. Mit Hilfe von Finanzspritzen „Kommunale Entwicklungshilfe“ zu leisten, macht eine auf individuelle Bedürfnisse zugeschnittene Hilfe möglich.

Besuch bei den Peul.

Nach dem Besuch trifft sich die Delegation erneut in Bonn mit der Botschafterin und dem Aussenminister des afrikanischen Landes, um über mögliche Hilfsaktionen zu sprechen. Die Gemeindevertretung soll gebeten werden, 6000 DM für Projekte in Sien im nächsten Haushalt bereitzustellen. Um weitere Gelder für Projekte in Sien zusammenzubekommen plant Reimer Reimers einen Förderverein ins Leben zu rufen.

Die Idee für den Partnerschaftsverein ist geboren.

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