2018

Unsere Heimat mit anderen Augen gesehen

Bericht über einen Delegationsbesuch aus Sien/Burkina Faso (1.8-18.8.18) – Veröffentlicht im BEI-Newsletter November 2018

„In Deutschland gibt es für alles eine Maschine.“ Das war einer der eindrücklichsten Aussagen der fünf Besucher aus unserer Partnergemeinde Sien in Burkina Faso.

Dies wurde zum Beispiel deutlich an der Geschirrspülmaschine in der für die Gäste gemieteten Ferienwohnung, genauso wie an den großen Bügelgeräten im besichtigten Erlenhof in Aukrug.

Auch bei der Feuerwehr waren die Fahrzeuge und Maschinen eindrucksvoll. „Da kümmern sich die Menschen wirklich gut um die Einsatzwagen, wenn sie so lange halten. Das ist bei uns ein Problem.“, war die einmütige Aussage zu den Erläuterungen des Wehrführers zu den Anschaffungsjahren der einzelnen Wehrfahrzeuge.

Der Rinderzüchter unter den Besuchern war fasziniert davon, dass die ERNA Rinder (Extensive Robustrinderhaltung im Naturpark Aukrug) so frei und ohne Aufsicht in den Auen laufen durften. „Die wären bei uns schon lange gegessen worden! Wir müssen unsere Tiere beaufsichtigen!“ war sein Kommentar. Auch, dass wir einfach einen Spaziergang im Naturpark Aukrug unternommen haben, stieß auf Verwunderung: „Bei uns geht man nicht ohne Ziel in der Gegend herum. Da will man immer irgendwo hin!“

Solcher Impressionen gab viele. Wir haben wieder einmal begonnen, unser Leben mit dem Blick der Gäste zu sehen und dadurch auch viele Absonderlichkeiten festgestellt.

Das ging bei dem Einkaufsüberangebot los: Bei einem Besuch im Supermarkt waren unsere burkinischen Freunde völlig überfordert. Es war nicht wirklich einfach von uns zu begründen, warum man viele verschiedene Sorten Reis im Sortiment haben muss, und wieso viele Dinge für das Wegwerfen hergestellt werden (Einweg-Rasierer o.ä.)

Begeistert waren die Fünf von der Recycling-Idee, Pfandflaschen, den eindrucksvollen, effizienten Bauernhöfe, und sie nahmen auch vielerlei interessante Ideen mit zurück nach Sien.

Uns auf der Aukruger Seite hat dieser Besuch erneut bewogen, über manche Gewohnheit nachzudenken und mancherlei Selbstverständlichkeit zu hinterfragen.

Unsere Partnerschaft besteht nun mittlerweile bereits seit über 20 Jahren, und die beiden Dörfer sind so weit zusammengewachsen, dass man jeweils bei den Besuchen das Gefühl hat, „zu Hause“ zu sein. Sicherlich nicht bezogen auf die Umgebung, aber auf die Menschen. So freuen wir uns auf unseren Besuch dort im nächsten Jahr.

11 Nov 2018

2018 – Hilfe wg. drohender Lebensmittelknappheit und Unterstützung neuer Projekte

In vielen Provinzen des Landes (die Provinz Nayala ist ebenfalls betroffen) gab es im Herbst 2017 Ernteausfälle (Hirse) durch zu geringe Regenfälle. Um eine drohende Lebensmittelknappheit abzuwenden hat der Vorstand 7000€ Soforthilfe genehmigt. So soll es unserer Partnergemeinde ermöglicht werden, Lebensmittel einzukaufen, bevor ggf. die Preise stark ansteigen.

Nach mehreren Monaten regen Schriftverkehrs, wurden 6624€ für das Projekt „Bientama“ bewilligt. Dabei handelt es sich um ein Schafzuchtprojekt einer Gruppe um Jean Raphael Ky. Die Gruppe bringt zu dieser Summe weitere 10 Prozent Eigenanteil auf. Für den Anfang sollen 84 Schafe gekauft und gemästet werden. Pro Quartal soll ein Teil der Schafe wieder verkauft und durch neue Jungtiere ersetzt werden. Zu einem späteren Zeitpunkt ist angedacht, die Schafmast durch Schafzucht zu ergänzen. Damit würde die Anschaffung neuer Jungtiere entfallen und der Gewinn steigen. Die Fördersumme soll in Raten an uns zurückgezahlt werden. Wir wünschen der Gruppe viel Erfolg bei der Unsetzung ihres Projektes.

Die Vorbereitungen für den Besuch von 5 Gästen aus Sién im August 2018 sind bereits in vollem gange. Für Reisekosten, Pässe, Visa und Versicherungen wurden 7500€ bereit gestellt. Eine Versicherung für den Zeitraum wurde bereits abgeschlossen.

18 Feb 2018

Eine Bibliothek für Sien

Die Familie unseres im September 2017 verstorbenen Gründungsmitgliedes Eitel Necker hat die Kondolenzspenden für ein Schulprojekt in Sien gespendet.

Wir haben die Spende an ADESI weitergereicht. Mit der Spende wurden mehrere Schulprojekte unterstützt.

Es wurden Nahrungsmittel für die Zubereitung der Schulessen eingekauft.

 

Für die Lehrer der Grundschule wurden Arbeitsmaterialien gekauft, um den Unterricht besser gestalten zu können.

Rund 1 Million cfa wurden als Arbeitskapital in Form eines Umlauffonds eingesetzt (leider nicht näher beschrieben).

Mit Hilfe eines Freundes von Herrn Roland Sow, welcher Bücher und Dokumente zur Verfügung gestellt hat, konnte für Sién eine Bibliothek eingerichtet werden.

 

04 Feb 2018

Geburts- und Krankenstation: Eine erste Bilanz

Wir haben aus Sién eine erste Bilanz für die neue Geburts- und Krankenstation erhalten.

Seit der Eröffnung wurden 2652 Patienten behandelt. Es gab in dieser Zeit 46 Geburten. (Stand Januar 2018)

Für die Untersuchung oder Behandlung bezahlen die Patienten 100f. Ist es notwendig ein Medikament zu spritzen, werden weitere 100f berechnet, so das eine Behandlung maximal 200f kostet. Kinder unter 5 Jahren und schwangere Frauen werden kostenfrei behandelt.

Die Einnahmen sind sehr niedrig. Es ist schwer die Kosten für den laufenden Betrieb über die Einnahmen zu decken. Von den Einnahmen müssen der Apotheker, der Wachmann und die Stromrechnung bezahlt werden. Oft hilft ADESI bei der Stromrechnung oder bei anderen zu bezahlenden Dingen aus.

In der Krankenstation werden auch arme Patienten untersucht und behandelt. Wenn die Rezeptgebühren hoch sind, bedarf es besonderer Hilfe, was nicht immer einfach zu lösen ist.

Das Dorf ist stolz darauf, medizinische Hilfe vor Ort zu haben. Früher gab es eine hohe Säuglingssterblichkeit, wegen der großen Entfernung zur nächsten Krankenstation. Von Zeit zur Zeit kommen Bewohner aus den Nachbardörfern, um sich in Sién behandeln zu lassen. Der Service für die Nachbargemeinden soll in den nächsten Jahren weiter ausgebaut werden. Wenn sich viele Bewohner der Nachbargemeinden in Sién behandeln lassen, steigen die für den nachhaltig kostendeckenden Betrieb wichtigen Einnahmen.

Nachdem die Ziegen der Krankenschwestern die neu gepflanzten Bäume um die Station einfach aufgefressen hatten, wurde inzwischen eine besser geschützte Neuanpflanzung vorgenommen.

04 Feb 2018

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